Beispiel zu "Leitkultur"

Ordnung und Erziehung zur Sauberkeit - Hausmeister als Vorbild - Kommunale Konsequenz nur in der äußersten Ecke Deutschlands?

Mancherorts in Deutschland alarmiert nicht einmal mehr der Dreck: z. B. an Schulen in Form von ausgespuckten Kaugummis, Schmierkunst oder Abfällen aller Art, in einer Spur von außen bis in jegliche Räumlichkeit hinein, auf und unter Tischen! Sondern er wird hingenommen oder teils sogar intelligent bis organisatorisch entschuldigt. Da lassen sich Fragen nach der „Gesamtheit geistiger Lebensäußerung einer Gemeinschaft“, nach „feiner Lebensart“, „Erziehung“, „Bildung“, „Zucht von Bakterien auf Nährboden“ und „junger Bestand von Forstpflanzen“ nicht unterdrücken. All jene Begriffe stehen im DUDEN für Fremdwörter zu „Kultur“ erklärt. Logisch, dass Leitkultur wohl zuerst mit ursächlicher Leitung und letztlich mit charakteristischer Pflege von Sitten erklärbar ist, deren Veränderung auch an Dreck bzw. Sauberkeit messbar ist. Welche lokalen bis hin zu nationalen Folgen eine allfällige Verschlechterung der Sitten hat, ist für Lernwillige in der Geschichte lesbar. Letztlich war immer mehr Außerachtlassung von moralischen Grundregeln und statt dessen nur konzentrierte Beachtung von Bedarf nach „Brot und Spielen“ vom Verfall ganzer Kulturen begleitet.

Gute Vorbilder mit umsetzbaren Kulturkonzepten sind gesucht. Der Hausmeister der Heinrich-Hans-Jakob-Schule in Waldshut-Tiengen übergibt mit Genehmigung des Rektorats und des Elternbeirats saubere Schulklassen den Klassengemeinschaften mit dem abgenommenen Versprechen, dass er sau-bere Klassen am Jahresende zurückbekommt. Bedingung: grob fahrlässige und mutwillige Verschmutzungen durch Schüler nach Unterricht von ihnen bereinigt zu bekommen; bei selbstverständlicher Normalreinigung durch die Hausverwaltung wie bisher! An den folgenden Sitzungen der Eltern in den Klassen wurde festgestellt: das Ganze funktioniert. Teils auch mit anfänglichen Widerständen und vielen Lustigkeiten: wenn auf frischer Tat ertappt ein Zigarettenstummel aus dem Pissoir zu holen ist, eingetretener Kaugummi aus dem Teppich zu entfernen ist oder verschmutzte Tische und Wände wieder zu säubern sind.

 

Hausmeister Bauknecht stellt neben richtigem Putzwerkzeug erstmals auch einzigartige Reinigungschemie zur Verfügung: überall einsetzbar von Lino bis Parkett, Toilette bis Fenster, Marmor bis Küche; besser und billiger als alle bisherige Chemie; völlig schadstofffrei darf sie sogar in Kinderhände gelangen. K10! Soll sogar trinkbar sein!

Manche Kinder lernen damit, was sie zu Hause nie lernten: gesunde Sauberkeit zu schaffen und zu beachten.

Die Lehrer machen im Rahmen Ihrer Aufsicht vollzählig mit. Nachdem schon zuvor einige von ihnen - nicht mit der Konsequenz des Hausmeisters rechnend – mit persönlichen Verlusten auf dessen Ankündigung prompt lernfähig wurden: „Ich stelle in den Ferien im Lehrerzimmer einen Container für Abfall auf. Den fülle ich am dritten Tag der Ferien mit allem Beweglichen im Zimmer und entsorge ihn als Müll.“

Jedenfalls sind in Waldshut-Tiengen durch diese seltene Maßnahme im Schulbereich viele belohnt. Allen voran die betroffene saubere Jugend! Schmierfinken fallen auf und werden sogar von den Mitschülern zurechtgewiesen. Und ursprünglich nicht ihre Kinder reinigen lassen wollende Eltern ändern ihre Meinung, wenn der Hausmeister die Rechnung einer Reinigungsfirma zur Schadensbehebung ankündigt. Die Stadtverwaltung spart beträchtlichen Personalaufwand für Sonderreinig-ung.

Vielleicht sind in der Stadtverwaltung noch mehr gute Kultur-Beispiele für Umweltmanagement, Wertschätzung, Menschenachtung und Erziehung zu erfragen? Weitere machbare Vorbilder für gute ‚alte deutsche Schule’ sind notwendig und lassen sich bestimmt auch anderswo finden.

Mit Genehmigung der Stadt Waldshut-Tiengen (Hauptamtsleitung) für den Inhalt verantwortlich: Dr. W. Kircher

11. Aug 2004 (letzte Aktualisierung)
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